
Meine Kinderzeit
geboren bin ich in Karlsruhe am 11.10.1936 Ich hatte eine sehr schlechte Kindheit. Mit drei Jahren hat mich ein Bierbrauer-Pferdewagen überrollt und meinen linker Arm zerrissen. Das Ergebnis war ein ¾ Jahr Kinderklinik. Mein Vater war Pazifist und lehnte jede Form der Gewalt als Mittel der Politik und jede militärische Vorbereitung auf einen möglichen Krieg kategorisch ab. Er stand deshalb schon auf der schwarzen Liste, und sollte abgeurteilt werden. Als ich 6. Jahre alt war, ist unser Vater im Krieg durch ein Zugunglück gefallen. Bei der Beerdigung meines Vaters sagte ein Offizier zu meiner Mutter: „Seinen sie froh dass es so gekommen ist, denn wenn man ihren Mann hingerichtet hätte, bekämen sie nicht einmal Geld für den Unterhalt ihrer Kinder:“ Wir waren 6 Geschwister 3 Schwestern und 4 Brüder. Eine Schwester verstarb an Diphtherie. Es war Krieg und ich musste ständig in verschiedene Kinderheime.
Kriegszeit in Berlin Heimat meiner Frau
Die alliierten Bombardements während des 2. Weltkrieges fügten auch den Gebäuden um den Alexanderplatz, einem der zentralen Plätze in Berlin, schwere Schäden zu. Und was den Krieg überdauert hatte, war teilweise so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass es vollends abgerissen werden musste. Lediglich das Berolinahaus (zweites von rechts) und das Alexanderhaus (links), beide von dem Architekten Peter Behrens in den Jahren 1928 bis 1930 errichtet, konnten gerettet werden. Im Zuge des Wiederaufbaus erfuhr der Alexanderplatz eine grundlegende Umgestaltung.
Flucht von Deutschland ins Elsas
Bei einem Bombenangriff wurde ich im Kinderheim St. Antonius verschüttet, aber zum Glück konnte ich noch gerettet werden. Wir mussten Tag und Nacht, wegen der ständigen Bombenangriffe unsere Kleidung angezogen lassen, damit wir schnellstens in den Bunker gehen konnten. Oft flogen uns die Granatsplitter um die Ohren, und einmal traf es unseren Bunker. Alles schaukelte und überall drang Rauch und Staub herein. Wir schrieen um unser Leben die Alten wie die Jungen. So flohen wir in das französische Elsa. Hier angekommen erlebten wir wie Japanische Flugzeuge [Jagdbomber] ständig auf die Bevölkerung schoss, so dass wir oft genug und in einen Straßengraben flüchteten. Dort angekommen mussten wir bis Kriegsende in einer Kornkammer noch zusätzlich mit unserer Oma hausen, denn ein Leben war das nicht, mit 7 Personen. Wir wurden dort auch als Flüchtlinge beschimpft und schikaniert. Die Folge waren Krankheiten Fieber Furunkel.
Nach dem Krieg
Flucht vom Elsas nach Deutschland
Nach Kriegsende ging es mit Sturmboote über den Rhein zurück nach Karlsruhe, da wir Deutesche jetzt vor den Franzosen nicht sicher waren. Hier angekommen sahen wir es war alles zerbombt, und so mussten wir in einem ehemaligen Gefangenenlager [Baracke] 10 Jahre leben. Es kam die große Hungersnot und wir aßen Spatzen, in einer Suppe gekocht. Oft heulten wir vor Hunger, und unsere Mutter konnte nicht helfen. nach der Währungsreform wurde es mindesten besser, da es die Kopfgelder gab. Danach bekamen wir eine Volkswohnung, welche in dieser Zeit nacheinander Aufgebaut wurden.
Wegen der anhaltenden Hungersnot wurde ich zu Bauern in den Schwarzwald gebracht.
Hier im Schwarzwald hatte ich einen Fahrradunfall, und ich hatte Glück im Unglück, denn die Lenkstange hatte sich in meine Hals gebohrt. Mit bösen Beschimpfungen wurde mir von der Bäuerin Jod in den Hals geschmiert, und anschließend musste ich Kartoffeln waschen.
Einmaliger Besuch meines jüngsten Bruders Hans
und mein Bruder Peter mit Mutter
Auf diesen Besuch hatte ich mich sehr gefreut, aber ich hatte nicht viel davon, denn ich musste meine tägliche Arbeiten trotz Besuch erledigen, so dass ich fasst nichts von diesem Besuch hatte. Meine Mutter hat in dieser Zeit den Bauersleute ihre Hemden und Hosen Repariert damit sie etwas Lebensmittel nach Hause mitnehmen konnte. Es war ein einmaliger Besuch in zwei Jahren. Nach dem Krieg kam ich wegen der Hungersnot in den Hochschwarzwald. Kühe, Schafe und Pferde hüten, sowie Feldarbeit Mithilfe bei der Tierversorgung usw. war nun mein Alltag. Ich bekam kein Taschengeld, und keinerlei Süßigkeiten. Viel Arbeit auch auf dem Hof und wenig Schlaf, und wenn etwas schief gelaufen ist gab es noch Drohungen und Prügel. Man hat mich als fremdes Kind ausgenutzt, aber ansonsten hatte ich mindestens das nötige Essen.
In dieser Zeit bekam ich einen Blindarm- Durchbruch, da der Bauer der Meinung war, ich hätte nur normale Bauchschmerzen. Als der Arzt bestellt wurde war es schon fast zu spät. Der Arzt machte dem Bauer aber die größten Vorwürfe, wegen seiner Nachlässigkeit. Mit höchster Geschwindigkeit fuhr der Arzt nach Neustadt in die Klinik, wo ich sofort in den OP kam. Das ganze Bauchfell war schon unter Eiter, aber mein Schutzengel hat mich mal wieder gerettet.
Helga im Krankenhaus Berlin
Das war die erste Herz OP in Deutschland.

